tatsachen
 
 


Kühl gebrochene Träume

oder

Die Wiedergeburt der Ästhetik aus dem Geist der Zerstörung

Michael Zirn, geboren 1954 in Freiburg , arbeitet seit mehr als 20 Jahren als selbständiger Fotograf in der Werbung.
Trotz aller technischer Fortschritte, trotz aller neuer Möglichkeiten der Bild-Manipulation mit Mitteln des Computers, beschwört Zirn bei seinen freien Arbeiten den Zauber klassischer Dunkelkammerkunst. Er lässt die Schönheit seiner Fotografien zerfallen, bricht die ins Bild kriechende Zerstörung am Punkt der Wiedergeburt einer anderen, neuen Qualität von Ästhetik.
Zirn verfremdet die gewohnte Präzision der Photo-Grafie, der Licht-Zeichnung, gerade so, als wolle er Bilder malen.
Will er aber nicht.
Zirn lässt das Licht andere Formen der Manifestation eingehen, lässt das Licht andere Zeichen setzen.
Zirn fotografiert.
Und je "ungenauer" seine Bilder, desto schärfer das Wesen der Ab-Bildung. Die schöne weiche Oberfläche seiner Menschenfoto-Grafie entpuppt sich als poröse Bildhaut, die der Betrachter willentlich oder unwillentlich durchschaut.
Ist das, was er dort sieht, eine "Person"?
Ist das die "Maske", die wir "Person" nennen?
Und wenn es nicht die Person ist, die uns der Künstler hier transparent macht, was ist es dann?
Etwas Echteres? Etwas Anderes? Etwas Wesentliches!

Fritz Gruber